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Wirtschaft

Staatsschulden Österreich: Fiskalrat erwartet 83,6 Prozent bis 2027

Der Fiskalrat rechnet mit Defiziten von 4,0 und 3,6 Prozent des BIP und einer Schuldenquote von 83,6 Prozent bis 2027. Die Budgetwächter fordern Strukturreformen.

Von Presseinfo Redaktion25. Oktober 2026, 09:50
Staatsschulden Österreich: historisches Regierungsgebäude in Wien mit Unterlagen und TaschenrechnerKI-generiert
Staatsschulden Österreich: historisches Regierungsgebäude in Wien mit Unterlagen und Taschenrechner. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Die Staatsschulden Österreich steigen weiter: Laut der aktuellen Schnelleinschätzung des Fiskalratsbüros wächst die Schuldenquote von 80,7 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2025 auf 83,6 Prozent im Jahr 2027. Eine Stabilisierung ist nach Einschätzung der Budgetexperten derzeit nicht in Sicht. Der Fiskalrat hat seine Analyse am 23. Oktober 2026 in Wien vorgestellt; Grundlage ist die Konjunkturprognose des WIFO vom Oktober.

Defizit bleibt über der Maastricht-Grenze

Beim gesamtstaatlichen Budgetdefizit rechnet das Fiskalratsbüro für 2026 mit 4,0 Prozent des BIP. Die Bundesregierung war in ihrer Planung von 4,1 Prozent ausgegangen. Für 2027 erwarten die Experten 3,6 Prozent, was der Planung des Finanzministeriums entspricht. Beide Werte liegen damit klar über der Maastricht-Obergrenze von 3 Prozent.

Gleichzeitig halten die Zahlen die Vorgaben für das Wachstum der Nettoausgaben ein, die im laufenden EU-Defizitverfahren mit Brüssel vereinbart wurden. Kritisch sieht der Fiskalrat allerdings, dass diese Spielräume in allen Planungsjahren vollständig ausgeschöpft werden – ohne Sicherheitspolster für unerwartete Entwicklungen. Zahlen für 2028 sollen im Dezember folgen.

Warum die Staatsschulden in Österreich weiter wachsen

Damit die Schuldenquote nicht weiter steigt, müsste das Defizit 2027 laut Fiskalrat auf rund 2,4 Prozent des BIP sinken – also deutlich stärker als geplant. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben besteht seit 2019 und wird von den Ökonomen als strukturelles und nicht bloß konjunkturelles Problem eingestuft.

Auf der Einnahmenseite steigt die Quote leicht von 50,4 Prozent (2025) auf 50,8 Prozent des BIP (2027). Bremsend auf die Ausgaben wirken unter anderem niedrigere Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst, geringere Investitionen, das teilweise Aussetzen der Valorisierung von Sozialleistungen und moderate Pensionserhöhungen. Dagegen wachsen vor allem die Gesundheitsausgaben weiter kräftig, auch die Pensionsausgaben legen zu – wenn auch langsamer.

Zinslast und neue Maßnahmen

Ein zusätzlicher Druckfaktor sind die Zinsen. Die Zinsausgaben des Staates erhöhen sich von 1,7 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf 2,0 Prozent im Jahr 2027. Ein dauerhafter Anstieg des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt würde laut Fiskalratsbüro langfristig rund 0,6 Milliarden Euro pro Jahr an zusätzlichen Zinskosten verursachen. Weil österreichische Staatsanleihen im Schnitt noch 11,2 Jahre laufen, würde sich dieser Effekt nur schrittweise bemerkbar machen.

Bemängelt wird außerdem, dass mehrere neue Maßnahmen nicht oder nur teilweise gegenfinanziert sind. Genannt werden die befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel, Dürrehilfen, die Medienförderung und das sogenannte Zukunftsdepot für Kinder. Zusammen erhöhen sie das Defizit um rund 240 Millionen Euro.

Empfehlungen des Fiskalrats

Der Fiskalrat rät der Regierung zu folgenden Schritten:

  • strukturelle Reformen, die das Ausgabenwachstum bei Gesundheit und Pensionen dauerhaft dämpfen
  • neue Ausgaben oder Steuersenkungen nur mit vollständiger und dauerhafter Gegenfinanzierung
  • Budgetpuffer für steigende Zinsen einplanen
  • unerwartete Mehreinnahmen zum Abbau des Defizits verwenden

Zur Reformpartnerschaft von Bund, Ländern und Gemeinden merkt der Fiskalrat an, dass bisher keine konkreten, verbindlichen Sparmaßnahmen beschlossen wurden. Selbst eine vollständige Umsetzung der aktuellen Pläne würde nur moderate, überwiegend langfristige Einsparungen bringen.

Reaktionen aus Regierung und Sozialpartnern

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) wies die Kritik laut ORF zurück: Die Dürrehilfe werde aus Rücklagen der Sozialversicherung bedeckt, das Zukunftsdepot sei bereits im Doppelbudget enthalten. Von der Reformpartnerschaft erwartet er positive, wenn auch langfristige Effekte. NEOS-Budgetsprecherin Karin Doppelbauer sieht die Maßnahmen der Koalition wirken, verweist aber ebenfalls auf die Kosten bei Gesundheit und Pensionen. Der ÖGB hält die Konsolidierung für planmäßig und warnt vor weiteren Kürzungen, die Arbeiterkammer fordert Vorrang für die Bekämpfung von Inflation und Arbeitslosigkeit.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Staatsschulden Österreichs laut Fiskalrat?+

Die Schuldenquote steigt laut Fiskalratsbüro von 80,7 Prozent des BIP (2025) auf 83,6 Prozent im Jahr 2027.

Wie hoch ist das Budgetdefizit 2026 und 2027?+

Erwartet werden 4,0 Prozent des BIP für 2026 und 3,6 Prozent für 2027 – beide Werte liegen über der Maastricht-Grenze von 3 Prozent.

Was empfiehlt der Fiskalrat?+

Strukturreformen bei Gesundheit und Pensionen, vollständige Gegenfinanzierung neuer Maßnahmen, Zinspuffer und die Verwendung von Mehreinnahmen zum Defizitabbau.

Quelle: Fiskalrat – Presseinformation vom 23. Oktober 2026

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

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