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Wirtschaft

Handels-KV 2027: Erste Runde ohne Ergebnis, GPA fordert 3,8 Prozent

Die erste Runde zum Handels-KV 2027 endete ohne Angebot der Arbeitgeber. Die GPA fordert 3,8 Prozent mehr Gehalt für 420.000 Angestellte, am 3. November geht es weiter.

Von Presseinfo Redaktion24. Oktober 2026, 12:50
Handels-KV 2027: Handelsangestellte beim Einräumen von Regalen in einem SupermarktKI-generiert
Handels-KV 2027: Handelsangestellte beim Einräumen von Regalen in einem Supermarkt. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Der Handels-KV 2027 ist noch lange nicht unter Dach und Fach: Die erste Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft GPA und der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer ging am Donnerstag nach rund fünf Stunden ohne Einigung zu Ende. Ein Angebot der Arbeitgeberseite lag laut Gewerkschaft nicht auf dem Tisch. Weiterverhandelt wird am 3. November.

Betroffen ist eine der größten Beschäftigtengruppen des Landes: Der Kollektivvertrag gilt für rund 420.000 Handelsangestellte sowie etwa 19.000 Lehrlinge in Österreich.

Handels-KV: Das fordert die Gewerkschaft

Die GPA geht mit einer Gehaltsforderung von 3,8 Prozent in die Herbstlohnrunde. Dazu kommt ein Paket an rahmenrechtlichen Punkten, die vor allem die Arbeitszeit betreffen:

  • ein Zuschlag bereits ab der ersten Stunde Mehrarbeit
  • eine eigene Zulage, wenn Beschäftigte kurzfristig einspringen
  • besser planbare Arbeitszeiten
  • eine verbindliche Fünftagewoche
  • ein leichterer bzw. früherer Zugang zur sechsten Urlaubswoche

GPA-Chefverhandlerin Linda Keizer verweist auf die zuletzt leicht verbesserten Konjunkturprognosen von WIFO und IHS. Die Institute rechnen für heuer mit einem Wachstum von 0,8 bis 0,9 Prozent, für 2027 mit 1,0 bis 1,3 Prozent. Aus Sicht der Gewerkschaft sei damit Spielraum für einen Abschluss vorhanden, der die Teuerung ausgleicht.

Arbeitgeber: Forderung zu hoch

Auf Arbeitgeberseite hält man die Forderung für nicht finanzierbar. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der WKÖ, betonte gegenüber dem ORF, dass sich 3,8 Prozent nicht ausgehen würden. Der Handel befinde sich in einer sehr schwierigen Lage und baue seit 2023 laufend Arbeitsplätze ab. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, dass am Ende ein Kompromiss gefunden werde.

Die Wirtschaftskammer stellte die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Vordergrund: Beschäftigte sollen entlastet, Betriebe aber nicht überfordert werden.

Inflation als Richtwert für den Abschluss

Ausgangspunkt der Gespräche ist traditionell die rollierende Inflation der vergangenen zwölf Monate. Sie liegt laut ORF bei 3,3 Prozent. Ein Abschluss unter diesem Wert würde für die Beschäftigten einen Reallohnverlust bedeuten. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das WIFO eine Inflation von 3,3 Prozent, das IHS von 3,1 Prozent. Für 2027 erwarten die Institute eine Abschwächung auf 2,6 bzw. 2,8 Prozent.

Die Gewerkschaft argumentiert mit dem Rückstand der vergangenen Jahre: Die letzten drei Abschlüsse im Handel lagen jeweils unter der rollierenden Inflation. Im Vorjahr hatten sich die Sozialpartner erst nach drei Runden auf ein Plus von 2,55 Prozent geeinigt, bei einer zugrunde liegenden Jahresinflation von rund drei Prozent.

Herbstlohnrunde 2026 im Überblick

Der Handel ist heuer der wichtigste Gradmesser der Herbstlohnrunde, denn die Metaller verhandeln diesmal nicht: Sie haben im Vorjahr einen Zweijahresabschluss vereinbart. Ab 1. November steigen dort die Ist-Löhne um 1,9 Prozent und die Mindestentgelte um 2,1 Prozent.

Parallel laufen derzeit unter anderem die Verhandlungen für die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner (rund 55.000 Beschäftigte), die IT-Branche (rund 90.000) sowie für A1 Telekom (rund 10.000).

Wie es jetzt weitergeht

Am 3. November treffen sich die Verhandlungsteams zur zweiten Runde. Erst dann ist mit einem ersten Angebot der Arbeitgeber zu rechnen. Der neue Kollektivvertrag soll – wie üblich im Handel – mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten. Für Handelsangestellte bedeutet das: Wie stark die Gehälter im kommenden Jahr steigen, entscheidet sich frühestens in den nächsten Wochen.

Häufige Fragen

Wie viel fordert die Gewerkschaft beim Handels-KV 2027?+

Die GPA fordert 3,8 Prozent mehr Gehalt sowie unter anderem Zuschläge ab der ersten Mehrstunde, eine Einspring-Zulage und eine verbindliche Fünftagewoche.

Wann wird beim Handels-KV weiterverhandelt?+

Die zweite Verhandlungsrunde ist für 3. November 2026 angesetzt. In der ersten Runde legten die Arbeitgeber kein Angebot vor.

Für wie viele Beschäftigte gilt der Handels-KV?+

Der Kollektivvertrag betrifft rund 420.000 Handelsangestellte und etwa 19.000 Lehrlinge in Österreich.

Quelle: GPA / ORF

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

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