Zum Inhalt
Politik

E-Scooter in Wien: Stadt schreibt Leih-Konzessionen neu aus

Die Konzessionen für Leih-E-Scooter in Wien laufen Mitte 2027 aus. Die Stadt vergibt sie europaweit neu – mit Obergrenze, Ordnungsdiensten und strengeren Abstellregeln.

Von Presseinfo Redaktion29. Oktober 2026, 09:55 · Wien
E-Scooter in Wien: Leih-Scooter auf einer markierten AbstellflächeKI-generiert
E-Scooter in Wien: Leih-Scooter auf einer markierten Abstellfläche. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Die E-Scooter in Wien bekommen ab Mitte 2027 neue Betreiberverträge: Die Stadt hat angekündigt, die Konzessionen für Leih-E-Scooter europaweit neu zu vergeben. Hintergrund ist das Auslaufen der aktuellen Genehmigungen im kommenden Jahr. An den Grundzügen des seit 2023 geltenden Systems will das Rathaus festhalten, die Auflagen für die Anbieter werden aber in mehreren Punkten verschärft.

E-Scooter in Wien: Was die Neuausschreibung vorsieht

Laut Rathauskorrespondenz vom 28. Oktober sollen auch künftig höchstens zwei Unternehmen Miet-Scooter in der Stadt anbieten dürfen. Die Gesamtzahl der Fahrzeuge bleibt mit rund 4.200 gedeckelt. Den Zuschlag erhalten jene Bewerber, die das überzeugendste Gesamtkonzept vorlegen.

  • Laufzeit: drei Jahre, mit der Option auf zwei Verlängerungen um jeweils ein Jahr
  • Vertragsstrafen: bei Verstößen gegen die Auflagen, bei groben Verfehlungen ist eine sofortige Auflösung des Vertrags möglich
  • Ausbau am Stadtrand: In weniger zentralen Lagen, etwa rund um Endstationen der Öffis, soll das Angebot gezielt wachsen

Zuständig ist Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Sie verweist darauf, dass sie mit der Reform von 2023 das Chaos auf den Gehsteigen beenden wollte.

Strengere Regeln beim Abstellen

Das Abstellverbot auf Gehsteigen bleibt aufrecht. Neu bzw. verschärft wird vor allem die Pflicht der Betreiber, selbst für Ordnung zu sorgen. Sie müssen eigene Ordnungsdienste einsetzen und vor Ort häufiger kontrollieren. Endet eine Fahrt in einem Radius von etwa 100 Metern rund um eine der rund 400 markierten Abstellflächen, muss der Scooter dort geparkt werden.

Radabstellanlagen sollen von Leih-Scootern deutlich weniger belegt werden. Wird ein Gerät falsch abgestellt, hat der Betreiber maximal 15 Minuten Zeit, es zu entfernen. Danach drohen 50 Euro Verwaltungsstrafe pro Fahrzeug.

Technische Vorgaben für die Leih-Scooter

Die Fahrzeuge müssen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Die Stadt verlangt unter anderem zwei voneinander unabhängige Bremsen, Blinker, ein akustisches Warnsignal und einen stabilen Ständer – mehr, als die Straßenverkehrsordnung vorschreibt. Jeder Scooter braucht ein Kennzeichen, außerdem muss auf dem Gerät sichtbar sein, wo man störend abgestellte Fahrzeuge melden kann.

Bei der Bewertung der Angebote zählen unter anderem:

  1. wirksame Kontroll- und Sanktionssysteme der Betreiber
  2. technische Sperren gegen falsches Abstellen
  3. Maßnahmen gegen Fahren zu zweit und auf dem Gehsteig
  4. rasches Entfernen falsch geparkter Scooter
  5. Nachhaltigkeit und Nutzen für die „letzte Meile“

Bilanz seit der Reform 2023

Vor 2023 konnten Anbieter ohne Beschränkung in Wien starten. 2019 waren neun Firmen mit rund 9.000 Scootern aktiv. Seit der Neuregelung sind es zwei Betreiber mit etwa 4.200 Fahrzeugen.

Seit Juni 2023 hat die Stadt rund 54.000 Verwaltungsstrafen gegen Betreiber ausgesprochen. Kurz nach dem Start der Regeln waren es zwischen 2.500 und 7.200 pro Monat, 2026 liegt der Schnitt bei etwa 120. Im September wurden 124 Verstöße beanstandet. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2023 sind die Strafen wegen falschen Parkens damit um fast 97 Prozent gesunken.

Weiterhin gelten auch die übrigen Elemente des Pakets: Sperrzonen etwa rund um Spitäler, Märkte und Gemeindebauten, in die Leih-Scooter technisch nicht einfahren können, Abstellverbote bei viel besuchten Sehenswürdigkeiten und in Grünanlagen sowie automatisch gedrosseltes Tempo in Begegnungszonen, Wohnstraßen und Fußgängerzonen. Schneller als 25 km/h fahren Miet-Scooter in Wien grundsätzlich nicht.

Was sich für Nutzerinnen und Nutzer ändert

Bis Mitte 2027 laufen die bestehenden Verträge weiter. Wer danach mit dem Leih-Scooter unterwegs ist, muss sich darauf einstellen, Fahrten öfter direkt an einer Abstellfläche zu beenden und Radständer seltener nutzen zu können. Welche Unternehmen den Zuschlag bekommen, steht erst nach Abschluss des Vergabeverfahrens fest.

Häufige Fragen

Wie viele Leih-E-Scooter darf es in Wien geben?+

Auch nach der Neuvergabe bleibt die Zahl mit rund 4.200 Fahrzeugen gedeckelt, verteilt auf höchstens zwei Anbieter.

Wo darf man Leih-E-Scooter in Wien abstellen?+

Nicht auf Gehsteigen. Endet die Fahrt im Umkreis von rund 100 Metern um eine der etwa 400 Abstellflächen, muss der Scooter dort abgestellt werden.

Ab wann gelten die neuen Konzessionen?+

Die bisherigen Konzessionen enden Mitte 2027, danach starten die neuen Verträge mit drei Jahren Laufzeit.

Quelle: Rathauskorrespondenz / Presse-Service der Stadt Wien

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

Der Presseinfo-Brief

Die wichtigsten Nachrichten aus Österreich, jeden Morgen kostenlos im Postfach.

Mehr aus Politik