Gebäudetyp E in Niederösterreich: Pilotprojekt für günstigeres Bauen
Niederösterreich will mit dem Gebäudetyp E Baukosten senken: Nach einer Studienreise nach München ist ein Pilotprojekt mit gemeinnützigen Bauträgern geplant.
KI-generiertDer Gebäudetyp E soll auch in Niederösterreich Einzug halten: Das Land und die ARGE Eigenheim Niederösterreich bereiten ein Pilotprojekt vor, das Wohnbau durch weniger technische Vorgaben günstiger machen soll. Den Anstoß dazu gab eine zweitägige Studienreise nach München, wo seit einigen Jahren Wohnhäuser nach diesem Ansatz errichtet werden.
Was hinter dem Gebäudetyp E steckt
Das „E“ steht für „einfach“. Gemeint ist kein bestimmter Haustyp und kein Fertighausmodell, sondern ein Planungsansatz. Die Grundidee: Gebaut wird nach den gesetzlich verbindlichen Bauvorschriften, auf zahlreiche zusätzliche Normen und Komfortstandards, die nicht verpflichtend sind, wird aber bewusst verzichtet. Die zentralen Anforderungen an Sicherheit, etwa beim Brandschutz oder bei der Statik, bleiben unangetastet.
Hintergrund ist, dass sich im Lauf der Jahre eine Vielzahl an technischen Regelwerken angesammelt hat, die Planung und Bau verteuern. Gleichzeitig ist leistbarer Wohnraum in vielen Regionen knapp, und die Baukosten sind zuletzt weiter gestiegen.
Studienreise nach Bayern
Angeführt wurde die Delegation von Wohnbau-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Organisiert wurde der Besuch gemeinsam mit dem bayerischen Wohnungswirtschaftsverband VdW Bayern, auch das bayerische Bauministerium war eingebunden. Besichtigt wurden Projekte im Münchner Kreativquartier und im Stadtteil Laim.
Laut den Berichten zeigen die bisherigen Ergebnisse aus Bayern, dass sich die reinen Baukosten um rund 11 bis 16 Prozent senken lassen. Die Pilotprojekte werden von der Technischen Universität Braunschweig wissenschaftlich begleitet. Untersucht wird dabei, wie praxistauglich die vereinfachte Bauweise ist und wie gut sie von den Bewohnerinnen und Bewohnern angenommen wird.
So soll das Pilotprojekt in Niederösterreich aussehen
Geplant ist ein wissenschaftlich begleitetes Vorhaben gemeinsam mit gemeinnützigen Bauvereinigungen. Ziel ist es herauszufinden, welche Standards im Wohnbau ohne Einbußen bei Qualität und Sicherheit entfallen können. Die Erkenntnisse sollen anschließend in den geförderten Wohnbau einfließen.
ARGE-Obmann Christian Rädler betonte, dass die Ausgangslage in Deutschland und Österreich auffallend ähnlich sei. Sein Grundsatz lautet: „Einfacher bauen bedeutet nicht schlechter bauen.“
Knackpunkt Haftung
Ein zentrales Problem sieht die ARGE im Zivilrecht. Auch wenn ein Gebäude alle Vorgaben der Bauordnung erfüllt, könnten technische Normen im Streitfall dennoch als Maßstab herangezogen werden. Bauträger und Planer gehen deshalb aus Vorsicht oft über das gesetzlich Nötige hinaus.
In Deutschland wird an einer bundesweiten Gesetzesänderung gearbeitet, die die Verbindung zwischen Bauvorschriften und zivilrechtlicher Haftung lockern soll; diese ist allerdings noch in Abstimmung. Für Österreich fordert die ARGE eine rechtssichere Lösung. Dazu soll ein Wohnbauforschungsprojekt des Landes den bestehenden Rechtsrahmen analysieren und konkrete Reformvorschläge erarbeiten.
Was das für Bauherren bedeutet
Für private Häuslbauer und Wohnungssuchende ändert sich vorerst nichts: Das Pilotprojekt steht erst am Anfang, ein Zeitplan oder konkrete Standorte wurden noch nicht genannt. Wer derzeit ein Bauvorhaben plant, sollte sich aber bereits bei Planerinnen und Planern erkundigen, welche Ausstattungsstandards tatsächlich vorgeschrieben sind und wo Spielraum besteht. Gerade bei Haustechnik, Schallschutz über dem Mindestmaß oder aufwendigen Detaillösungen lassen sich oft Kosten einsparen, ohne die Sicherheit zu gefährden.
Ob der Gebäudetyp E in Niederösterreich zu spürbar günstigeren Mieten im geförderten Wohnbau führt, wird sich erst nach Auswertung der Pilotphase zeigen.
Häufige Fragen
Was ist der Gebäudetyp E?+
Ein Planungsansatz, bei dem nur gesetzlich verpflichtende Vorgaben eingehalten und nicht verbindliche Normen und Komfortstandards weggelassen werden. Sicherheitsstandards bleiben bestehen.
Wie viel lässt sich damit sparen?+
Bei Pilotprojekten in Bayern sanken die reinen Baukosten laut ersten Ergebnissen um rund 11 bis 16 Prozent.
Wann startet das Pilotprojekt in Niederösterreich?+
Ein konkreter Zeitplan wurde noch nicht genannt. Geplant ist ein wissenschaftlich begleitetes Projekt mit gemeinnützigen Bauvereinigungen.
Quelle: Handwerk + Bau / buildingTIMES
Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung
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