Gasnetzentgelte 2027: Kärnten und NÖ zahlen rund 20 Prozent mehr
Laut E-Control-Entwurf steigen die Gasnetzentgelte 2027 im Schnitt um 7,2 Prozent. Kärnten und Niederösterreich trifft es mit rund 20 Prozent am stärksten, Salzburg wird billiger.
KI-generiertDie Gasnetzentgelte 2027 werden in Österreich im Schnitt um 7,2 Prozent teurer. Das geht aus einem Verordnungsentwurf der Regulierungsbehörde E-Control hervor, über den die APA am Mittwoch berichtet hat. Besonders stark trifft es erneut Haushalte in Kärnten und Niederösterreich, wo die Netzkosten für Erdgas um rund ein Fünftel steigen. Salzburg ist das einzige Bundesland, in dem die Entgelte leicht sinken.
Gasnetzentgelte 2027: Die Bundesländer im Vergleich
Die Spannweite zwischen den Netzgebieten ist groß. Laut Entwurf verändern sich die Entgelte für das kommende Jahr so:
- Kärnten: plus 20,7 Prozent
- Niederösterreich: plus 19,3 Prozent
- Burgenland: plus 14,3 Prozent
- Oberösterreich: plus 8,9 Prozent
- Steiermark: plus 2,7 Prozent
- Wien und Vorarlberg: jeweils plus 2,0 Prozent
- Tirol: plus 1,3 Prozent
- Salzburg: minus 1,9 Prozent
Für Niederösterreich ist es bereits die dritte kräftige Erhöhung in Folge. Schon 2025 stiegen die Gasnetzentgelte dort um 19,4 Prozent, 2026 sogar um 30,6 Prozent.
Was die Erhöhung für Haushalte kostet
Gerechnet wurde mit einem Musterhaushalt, der rund 15.000 Kilowattstunden Gas pro Jahr verbraucht – ein typischer Wert für ein mit Gas beheiztes Einfamilienhaus. In Kärnten kommen auf so einen Haushalt Mehrkosten von bis zu 94 Euro jährlich zu. In Niederösterreich und im Burgenland sind es etwa 70 Euro, in Oberösterreich rund 35 Euro. Wiener Gaskunden zahlen knapp 10 Euro mehr. In Salzburg sinkt die Rechnung um etwa 5 Euro.
Schon bisher zählten Kärnten und das Burgenland mit 3,7 bzw. 3,8 Cent je Kilowattstunde zu den teuersten Netzgebieten. Wien lag bei 3,3 Cent, Niederösterreich, Oberösterreich, die Steiermark und Tirol bei etwa 2,7 bis 2,8 Cent. Am günstigsten sind Salzburg und Vorarlberg mit rund 2 Cent.
Warum das Gasnetz immer teurer wird
Hauptgrund für den Anstieg ist, dass weniger Gas durch die Leitungen fließt. Sowohl der Transit durch Österreich als auch der heimische Verbrauch gehen zurück. Die Kosten für Betrieb und Erhaltung der Netze bleiben aber weitgehend bestehen. Weil immer mehr Haushalte und Betriebe aus Erdgas aussteigen, verteilen sich diese Fixkosten auf eine schrumpfende Zahl von Kunden – jeder Einzelne zahlt also mehr.
Die Netzentgelte machen ungefähr ein Drittel der gesamten Gasrechnung aus. Der Rest entfällt auf den eigentlichen Energiepreis des Lieferanten sowie auf Steuern und Abgaben. Wie stark die Gesamtrechnung steigt, hängt daher auch vom jeweiligen Liefervertrag ab.
Wie es weitergeht
Die Netzbetreiber melden ihre Kosten an die E-Control, die diese prüft und daraus die Tarife ableitet. Die Entgelte werden jedes Jahr neu festgelegt, die endgültige Verordnung erscheint üblicherweise im Dezember. Bis dahin können sich die Werte des Entwurfs noch geringfügig ändern. Der Entwurf für die Stromnetzentgelte 2027 ist noch ausständig und wird in den nächsten Wochen erwartet.
Für Gaskunden lohnt sich ein Blick auf den eigenen Verbrauch und den Liefertarif: Ein Wechsel des Gaslieferanten kann den Energiepreis senken, die Netzentgelte selbst sind jedoch vom Wohnort abhängig und nicht verhandelbar. Wer ohnehin einen Heizungstausch plant, sollte die steigenden Fixkosten des Gasnetzes in die Rechnung einbeziehen.
Häufige Fragen
Wie stark steigen die Gasnetzentgelte 2027?+
Laut Entwurf der E-Control im österreichweiten Schnitt um 7,2 Prozent, in Kärnten um 20,7 und in Niederösterreich um 19,3 Prozent. In Salzburg sinken sie um 1,9 Prozent.
Wie viel zahlt ein Haushalt 2027 mehr?+
Bei 15.000 kWh Jahresverbrauch bis zu 94 Euro in Kärnten, rund 70 Euro in NÖ und im Burgenland, rund 35 Euro in OÖ und knapp 10 Euro in Wien.
Warum werden die Gasnetzentgelte teurer?+
Transit und Verbrauch sinken, die Netzkosten bleiben aber. Sie verteilen sich auf immer weniger Gaskunden.
Quelle: Salzburger Nachrichten / APA (E-Control-Verordnungsentwurf)
Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung
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