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Energie & Umwelt

Stromnetztarife 2027: Was der Leistungspreis für PV und Wallbox heißt

Ab 1. Jänner 2027 werden die Stromnetzgebühren umgebaut. Ein Leistungspreis ersetzt die Fixpauschalen – Haushalte mit Wallbox und PV-Speicher sollten sich vorbereiten.

Von Presseinfo Redaktion13. Oktober 2026, 09:15aktualisiert 22. Oktober 2026
Stromnetztarife 2027: Wallbox im Carport mit Photovoltaik-Dach in der DämmerungKI-generiert
Stromnetztarife 2027: Wallbox im Carport mit Photovoltaik-Dach in der Dämmerung. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Die Stromnetztarife 2027 bringen die größte Reform der Netzgebühren seit rund zwei Jahrzehnten. Die Regulierungsbehörde E-Control hat die neue Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung erlassen, sie wurde am 12. Oktober kundgemacht. Ab 1. Jänner 2027 zahlen Haushalte nicht mehr nur nach verbrauchten Kilowattstunden, sondern auch nach der höchsten Leistung, die sie aus dem Netz beziehen. Für Besitzer von Photovoltaikanlagen, Speichern und Wallboxen ist das relevant.

Stromnetztarife 2027: Leistungspreis statt Fixpauschale

Bisher wurden die Netzgebühren laut Bericht zu rund 79 Prozent über den Arbeitspreis und zu 21 Prozent über Pauschalen verrechnet. Die Pauschalen entfallen nun und werden durch einen Leistungspreis ersetzt. Zunächst soll dieser Anteil bei etwa 30 bis 40 Prozent liegen, innerhalb von drei Jahren ist ein Verhältnis von 50 zu 50 geplant.

Gemessen wird mit dem Smart Meter: Maßgeblich ist der höchste Viertelstundenwert eines Kalendermonats, mindestens 2 kW. Bis 10 kW gilt der reguläre Leistungspreis, für jedes Kilowatt darüber wird der doppelte Satz fällig. Insgesamt sollen die Netzausbaukosten laut E-Control um rund 300 Millionen Euro pro Jahr sinken.

Was die Reform für PV-Anlagen und Speicher bedeutet

Für die meisten Haushalte mit PV-Anlage ändert sich wenig. Interessant ist das bereits seit April 2026 geltende Sommerfenster: Zwischen 10 und 16 Uhr sind die Netzkosten im Sommerhalbjahr um rund 20 Prozent niedriger. Ab 1. Oktober 2027 kommt ein Winterfenster dazu, in dem von Oktober bis März zwischen 23 und 5 Uhr ein günstigerer Netztarif gilt.

Kritik kommt von den Erneuerbaren-Verbänden. Sie bemängeln vor allem die Regeln für Batteriespeicher. Laut E-Control werden Speicher nur dann von Netzentgelten befreit, wenn sie nachweislich netzdienlich betrieben werden. Photovoltaic Austria bezeichnete die Verordnung als „Batterieverzögerungs-Verordnung“, der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich fordert flexiblere Rahmenbedingungen. Die Netzbetreiber halten die Reform dagegen für notwendig.

Wallbox: Rabatt bei flexibler Netznutzung

Wer ein Elektroauto zu Hause lädt, sollte genauer hinsehen. Für steuerbare Anlagen wie Wallboxen ab 4 kW gibt es 75 Prozent Rabatt auf den Leistungspreis, wenn der Netzbetreiber die Leistung zweimal täglich für höchstens zwei Stunden drosseln darf. Diese Regelung ersetzt die bisherigen unterbrechbaren Tarife und ist laut Bericht für zehn Jahre garantiert. Wärmepumpen profitieren häufig von ihrer gleichmäßigen Last.

So bereiten sich Haushalte auf die Stromnetztarife 2027 vor

  • Smart Meter prüfen: Klären, ob die viertelstündliche Auslesung aktiviert ist (Opt-in).
  • Ladeleistung anpassen: Die Wallbox auf etwa 4 kW zu begrenzen, kann Leistungsspitzen vermeiden.
  • Verbraucher staffeln: Backofen, Durchlauferhitzer und Ladevorgang nicht gleichzeitig laufen lassen.
  • PV-Strom tagsüber nutzen: Waschmaschine oder Speicherladung ins Sommerfenster legen.
  • Netzbetreiber kontaktieren: Ab Ende 2026 informieren die Netzbetreiber über Tarife und die Anmeldung zur flexiblen Netznutzung.

Konkrete Beträge je Netzgebiet stehen noch aus, weil die zugehörige Tarifverordnung noch nicht veröffentlicht ist. Nachverrechnungen für die Vergangenheit gibt es nicht, bestehende Anschlüsse werden mit mindestens 10 kW angesetzt.

Häufige Fragen

Ab wann gelten die neuen Stromnetztarife?+

Die Umstellung beginnt am 1. Jänner 2027. Bis Mitte 2028 müssen alle Netzbetreiber das neue System umgesetzt haben.

Wird Strom für Haushalte teurer?+

Laut E-Control bleibt das Gesamtaufkommen gleich, für durchschnittliche Haushalte ohne leistungsstarke Geräte ändert sich wenig. Wer ungesteuert mit hoher Leistung lädt, kann mehr zahlen.

Was ist der Rabatt für flexible Netznutzung?+

Bei steuerbaren Anlagen wie Wallboxen ab 4 kW gibt es 75 Prozent Rabatt auf den Leistungspreis, wenn der Netzbetreiber die Leistung zweimal täglich bis zu zwei Stunden drosseln darf.

Quelle: Salzburg24

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

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