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Wirtschaft· Ratgeber

Steuern für KMU in Österreich: Fristen, Vorauszahlungen, SVS

Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Sozialversicherung: Kleine Betriebe müssen viele Fristen im Blick behalten. Ein Überblick, wie Unternehmer Nachzahlungen vermeiden.

Von Presseinfo Redaktion19. Oktober 2026, 09:58 · Tirolaktualisiert 22. Oktober 2026
Steuern KMU: Ordner und Kalender im Büro eines Tiroler FamilienbetriebsKI-generiert
Steuern KMU: Ordner und Kalender im Büro eines Tiroler Familienbetriebs. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Steuern KMU betreffen in Österreich gleich mehrere Ebenen: Einkommen- oder Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer, Sozialversicherung und bei Beschäftigten die Lohnabgaben. Gerade junge Unternehmen unterschätzen oft, wie hoch die Belastung im zweiten und dritten Jahr ausfallen kann. Wer die Fristen kennt und Rücklagen bildet, vermeidet unangenehme Überraschungen.

Steuern KMU: die wichtigsten Abgaben

Einzelunternehmer und Personengesellschafter zahlen Einkommensteuer nach dem progressiven Tarif. Für eine GmbH fällt Körperschaftsteuer an, die seit 2024 bei 23 Prozent liegt. Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter werden zusätzlich mit Kapitalertragsteuer belastet.

Dazu kommen:

  • Umsatzsteuer, sofern das Unternehmen nicht unter die Kleinunternehmerregelung fällt
  • Beiträge zur Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) für Pensions-, Kranken- und Unfallversicherung
  • Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und Lohnnebenkosten für Beschäftigte
  • je nach Gemeinde und Tätigkeit weitere Abgaben wie die Kommunalsteuer

Vorauszahlungen: die Falle im zweiten Jahr

Nach dem ersten Steuerbescheid setzt das Finanzamt Vorauszahlungen für die Folgejahre fest. Sie sind vierteljährlich fällig, jeweils Mitte Februar, Mai, August und November. Gleichzeitig kommt die Nachzahlung für das erste Jahr. Ähnlich ist es bei der SVS: In den ersten Jahren werden Beiträge auf Basis einer Mindestgrundlage vorgeschrieben, nach Vorliegen des Einkommensteuerbescheids folgt eine Nachbemessung.

Das kann dazu führen, dass in einem Jahr mehrere Zahlungen zusammenfallen. Wer kein Geld zurückgelegt hat, gerät schnell in Liquiditätsprobleme. Vorauszahlungen können auf Antrag angepasst werden, wenn der Gewinn deutlich geringer ausfällt.

Umsatzsteuervoranmeldung

Unternehmen über einer bestimmten Umsatzgrenze müssen die Umsatzsteuer monatlich oder vierteljährlich voranmelden und abführen. Fällig ist sie in der Regel am 15. des zweitfolgenden Monats. Die Umsatzsteuer ist kein Einkommen, sondern gehört dem Finanzamt. Sie sollte daher am besten auf einem eigenen Konto geparkt werden.

Gewinnfreibetrag und andere Entlastungen

Natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften können den Gewinnfreibetrag nutzen. Ein Grundfreibetrag steht automatisch zu, darüber hinaus ist ein investitionsbedingter Freibetrag möglich, wenn in bestimmte Wirtschaftsgüter oder Wertpapiere investiert wird. Daneben gibt es Pauschalierungen für bestimmte Branchen und die Möglichkeit, geringwertige Wirtschaftsgüter sofort abzuschreiben. Die genauen Grenzen ändern sich regelmäßig und sollten aktuell geprüft werden.

Praktische Tipps für die Liquidität

  1. Einen festen Prozentsatz jeder Einnahme auf ein Steuer-Rücklagenkonto überweisen
  2. Umsatzsteuer getrennt verwalten
  3. Den Steuerkalender mit allen Fälligkeiten anlegen
  4. Vorauszahlungen bei sinkendem Gewinn rechtzeitig herabsetzen lassen
  5. Bei Engpässen beim Finanzamt um Stundung oder Ratenzahlung ansuchen, bevor Säumniszuschläge anfallen
  6. Einmal jährlich mit der Steuerberatung eine Planungsrechnung erstellen

Die Wirtschaftskammer bietet Mitgliedern kostenlose Erstberatungen und Merkblätter, auch die Wirtschaftskammer Tirol mit ihren Bezirksstellen. Für die laufende Buchhaltung und Bilanz ist eine Steuerberatung oder Buchhaltung meist gut investiertes Geld. Die Kosten sind wiederum als Betriebsausgabe absetzbar.

Eine Faustregel, die viele Beraterinnen und Berater nennen: Mindestens ein Drittel des Gewinns sollte für Steuern und Sozialversicherung zurückgelegt werden, bei höheren Gewinnen eher mehr. Diese Quote ist nur ein grober Richtwert, ersetzt aber in der Anfangsphase oft das böse Erwachen. Wer seine Zahlen monatlich überblickt, etwa mit einer einfachen Einnahmen-Ausgaben-Übersicht, erkennt früh, ob die Rücklagen ausreichen.

Häufige Fragen

Wann sind Einkommensteuer-Vorauszahlungen fällig?+

Vierteljährlich, jeweils Mitte Februar, Mai, August und November.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Österreich?+

Seit 2024 beträgt sie 23 Prozent des Gewinns einer Kapitalgesellschaft.

Kann ich Vorauszahlungen senken lassen?+

Ja, auf Antrag beim Finanzamt, wenn der erwartete Gewinn deutlich geringer ist.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

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