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Kultur & Freizeit

Staatsoper Wien: Premiere von Zemlinsky und Bartók als Ehedrama

Vasily Barkhatov verbindet an der Staatsoper Wien Zemlinskys „Florentinische Tragödie“ und Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ zu einem Abend über eine Ehe.

Von Presseinfo Redaktion4. Oktober 2026, 09:12 · Wienaktualisiert 22. Oktober 2026
Staatsoper Wien: Blick vom Balkon auf Bühne und Zuschauerraum beim SchlussapplausKI-generiert
Staatsoper Wien: Blick vom Balkon auf Bühne und Zuschauerraum beim Schlussapplaus. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Die Staatsoper Wien hat ihre erste Opernpremiere der Saison über die Bühne gebracht: Alexander Zemlinskys „Eine florentinische Tragödie“ und Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ werden an einem Abend gezeigt. Regisseur Vasily Barkhatov, der damit sein Hausdebüt gibt, verknüpft die beiden Einakter zu einem zusammenhängenden psychologischen Ehedrama. Darüber berichtete vienna.at nach der Premiere.

Zwei Einakter, ein Paar: das Konzept an der Staatsoper Wien

Beide Werke entstanden fast zur selben Zeit – Zemlinskys Oper 1917, Bartóks Blaubart 1918 – und kreisen um Besitz, Eifersucht und das Verborgene in einer Beziehung. Barkhatov deutet den ersten Teil als Therapiesitzung, in der ein Paar ein Rollenspiel durchspielt, das schließlich tödlich endet. Im zweiten Teil konfrontiert die Frau den verschlossenen Mann mit seinen inneren Räumen, der Abend findet laut Kritik zu einem versöhnlichen Schluss.

Bühnenbildner Christian Schmidt hat dafür ein elegantes Wohnloft gebaut, das zunächst als Boutique für Designermöbel dient und im zweiten Teil als Blaubarts Burg bestehen bleibt. Die Kostüme stammen von Stefanie Seitz, das Licht von Alexander Sivaev, die Videos von Roland Horvath.

Besetzung: Asmik Grigorian in beiden Hauptrollen

Musikalisch leitet Alain Altinoglu die Produktion. In der „Florentinischen Tragödie“ singen Christopher Maltman (Simone), Dmitry Golovnin (Guido Bardi) und Asmik Grigorian (Bianca). In „Herzog Blaubarts Burg“ stehen Florian Boesch als Blaubart und erneut Asmik Grigorian als Judith auf der Bühne. Dass eine Sängerin beide Frauenfiguren übernimmt, ist zentral für die Idee, die zwei Opern als Geschichte eines einzigen Paares zu erzählen.

Publikumsreaktion und weitere Termine

Beim Schlussapplaus gab es laut Bericht vereinzelte Buhrufe für das Regieteam, insgesamt überwog aber die Zustimmung. Das Ensemble wurde einhellig gefeiert.

Weitere Vorstellungen stehen am 6., 8., 10. und 12. Oktober auf dem Spielplan. Wer die Produktion sehen möchte, sollte auf der Website der Staatsoper prüfen, ob in späteren Spielzeiten Wiederaufnahmen geplant sind.

Einordnung für Opernbesucher

Für Einsteiger ist der Doppelabend ein vergleichsweise zugänglicher Einstieg in die Musik des frühen 20. Jahrhunderts:

  • Beide Werke sind kurz und dramaturgisch dicht.
  • Die Handlung ist überschaubar und auf wenige Figuren konzentriert.
  • Übertitel erleichtern das Verständnis von Deutsch und Ungarisch.

Mit der Premiere setzt die Staatsoper Wien einen Akzent auf selten gespieltes Repertoire. Im Oktober folgen im Haus am Ring zudem die Kinderoper „Geheimmission Zauberflöte“ und das Ballett „Nijinsky“ von John Neumeier.

Zemlinsky, der in Wien lebte und lehrte, gehörte zum Umfeld von Arnold Schönberg und Alma Mahler, seine Musik verschwand nach 1933 lange von den Spielplänen. Seine „Florentinische Tragödie“ basiert auf einem Dramenfragment von Oscar Wilde und erzählt von einem Kaufmann, seiner Frau und deren Liebhaber. Bartóks einzige Oper „Herzog Blaubarts Burg“ wiederum beruht auf dem Märchenstoff um den Mann mit den verbotenen Türen, den der Librettist Béla Balázs symbolistisch umdeutete.

Beide Werke kommen mit wenigen Sängerinnen und Sängern aus, verlangen aber ein großes, farbenreiches Orchester. Für das Staatsopernorchester sind sie damit eine dankbare Aufgabe. Wer sich vorab einhören möchte, findet zahlreiche Aufnahmen beider Einakter, die die Unterschiede zwischen Zemlinskys spätromantischer Klangsprache und Bartóks von ungarischer Volksmusik geprägtem Idiom gut hörbar machen. Karten für Repertoirevorstellungen gibt es an der Staatsoper auch als günstige Stehplätze, die am Vorstellungstag verkauft werden.

Häufige Fragen

Wer singt in der Staatsopern-Premiere von Herzog Blaubarts Burg?+

Florian Boesch singt den Blaubart, Asmik Grigorian die Judith. Grigorian übernimmt auch die Bianca in Zemlinskys Einakter.

Wer inszeniert und dirigiert die Produktion?+

Regie führt Vasily Barkhatov, die musikalische Leitung hat Alain Altinoglu.

Quelle: vienna.at

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

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