Sanierungsoffensive 2027: 500 Millionen Euro für Dämmen und Heizen
Die Bundesregierung stellt 2027 insgesamt 500 Millionen Euro für Sanierung und Heizungstausch bereit – deutlich mehr für die Dämmung, weniger Förderquote beim Kessel.
KI-generiertDie Sanierungsoffensive 2027 fällt größer aus als zunächst geplant: Die Bundesregierung hat 500 Millionen Euro für thermische Sanierung und den Tausch fossiler Heizungen angekündigt. Bundeskanzler Christian Stocker, Umweltminister Norbert Totschnig und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (alle ÖVP) präsentierten das Paket am 10. Oktober. Ziel sind laut Regierung Impulse für die Bauwirtschaft, gesicherte Arbeitsplätze und niedrigere Energiekosten für Haushalte.
Sanierungsoffensive 2027: So wird das Geld verteilt
Laut Klimaschutzministerium setzt sich das Budget so zusammen:
- 179 Millionen Euro für den Kesseltausch (Klimaschutzministerium)
- 181 Millionen Euro für thermische Sanierungen, vor allem im mehrgeschoßigen Wohnbau (Klimaschutzministerium)
- 90 Millionen Euro für Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser (Wirtschaftsministerium)
- 50 Millionen Euro für gemeinnützige Bauvereinigungen (Wirtschaftsministerium)
Der Anteil des Wirtschaftsministeriums von 140 Millionen Euro stammt aus dem Energieeffizienzfonds. Zusammen ergeben sich damit 321 Millionen Euro für die thermische Sanierung – im Sommer war man noch von 181 Millionen Euro ausgegangen.
Mehr für Dämmung, weniger Quote beim Heizungstausch
Zum Vergleich: 2026 standen für Sanierung und Heizungstausch gemeinsam 360 Millionen Euro bereit, die Mittel waren bereits zur Jahreshälfte erschöpft. Neu ist die Trennung der Budgets, damit die Sanierung nicht vom Kesseltausch verdrängt wird.
Gleichzeitig sinkt die Förderquote beim Kesseltausch weiter. Laut Ministerium lag sie in der vorigen Legislaturperiode bei rund 75 Prozent, 2026 bei rund 30 Prozent und soll 2027 rund 20 Prozent betragen. Der Eigenanteil für Hausbesitzer steigt damit deutlich.
Was sich beim Verfahren ändert
Die Regierung verspricht ein einfacheres Verfahren. Vorabregistrierungen sollen entfallen, Anträge laufen künftig grundsätzlich in zwei Schritten: Antrag mit Genehmigung und Endabrechnung. Bei rasch umsetzbaren Projekten soll eine Auftragsbestätigung die Mittel verbindlicher reservieren. Die Programme im Energieeffizienzfonds werden von 13 auf vier reduziert.
Sanierungsoffensive 2027: Zeitplan
- 2. November 2026: Wiedereröffnung des Kesseltauschs aus Restmitteln
- Dezember 2026: Beschluss der finalen Förderbestimmungen und Informationsblätter
- 4. Jänner 2027: Start der Sanierungsoffensive 2027
Das Ministerium rechnet mit einer Einsparung von rund 242.700 Tonnen CO2 pro Jahr und einer jährlichen Wertschöpfung von 2,1 Milliarden Euro. Bei thermischen Sanierungen sollen rund 90 Prozent der Wertschöpfung im Inland bleiben. Für die Bauwirtschaft kommt das Paket in einer schwierigen Phase: Die Zahl der bewilligten Wohnungen in neuen Gebäuden lag 2025 mit 31.979 auf dem niedrigsten Stand seit 2010.
Die Wirtschaftskammer und Vertreter des Baugewerbes hatten seit Monaten eine verlässliche Förderkulisse gefordert. Laut Konjunkturerhebung des Ministeriums bewerteten im zweiten Quartal 2026 rund 35 Prozent der befragten Baubetriebe ihre Lage als schlecht, nur 19 Prozent als gut. Ein Drittel erwartete sinkende Auftragseingänge. Die Aufstockung der Sanierungsmittel soll hier gegensteuern, weil Dämmung, Fenstertausch und Heizungsumbau vor allem von regionalen Klein- und Mittelbetrieben ausgeführt werden.
Was Hausbesitzer jetzt tun können
Wer 2027 sanieren will, sollte schon jetzt Angebote einholen, einen Energieausweis erstellen lassen und mit dem Land klären, welche Landesförderungen dazukommen. Konkrete Förderhöhen stehen erst mit den Informationsblättern auf sanierungsoffensive.gv.at fest.
Häufige Fragen
Wie viel Geld gibt es in der Sanierungsoffensive 2027?+
Insgesamt 500 Millionen Euro: 179 Millionen für den Kesseltausch und 321 Millionen für thermische Sanierungen, aufgeteilt auf Klimaschutz- und Wirtschaftsministerium.
Wann startet die Sanierungsoffensive 2027?+
Laut Klimaschutzministerium startet sie am 4. Jänner 2027. Die finalen Förderbestimmungen sollen im Dezember 2026 beschlossen werden.
Quelle: ORF.at
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