Psychische Gesundheit in Kärnten: Jeder Dritte betroffen
Fast jeder dritte Mensch in Österreich erkrankt im Lauf des Lebens psychisch. In Kärnten zeigt ein Pilotprojekt, wie Betroffene zurück in den Alltag finden.
KI-generiertDie psychische Gesundheit in Kärnten stand rund um den Welttag der psychischen Gesundheit im Mittelpunkt: Laut einem Bericht von ORF Kärnten vom 8. Oktober erkrankt fast jeder dritte Mensch in Österreich mindestens einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. Am häufigsten sind Angststörungen und Depressionen, gefolgt von Suchterkrankungen und Essstörungen.
Psychische Gesundheit in Kärnten: Zahlen und Folgen
Psychische Erkrankungen sind für zwölf Prozent der Krankenstandstage verantwortlich und gelten als häufigster Grund für Frühpensionierungen. Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) betonte, dass statistisch jede dritte Person im Leben in eine psychische Krise gerät. Mit Öffentlichkeitsarbeit wolle man die Stigmatisierung abbauen, damit Betroffene früher Hilfe suchen.
In Kärnten gibt es laut Bericht unter anderem:
- einen rund um die Uhr erreichbaren Akutdienst
- spezialisierte Teams
- zwei kürzlich sanierte Krankenhäuser mit psychiatrischen Angeboten
- ambulante Therapiezentren
- Tageszentren
Weil die Fallzahlen steigen, sei ein Ausbau nötig. Die angespannte Finanzlage mache das allerdings schwierig.
Pilotprojekt in Feldkirchen
Als Beispiel für neue Wege nennt der Bericht den Perspektivenraum Feldkirchen, ein Pilot-Tageszentrum des Vereins Autark. Dort gibt es 20 Plätze, an denen Betroffene in Bereichen wie Holzarbeit, Küche, kreatives Arbeiten oder Hauswirtschaft tätig sind. Dazu kommen Einzel- und Gruppentherapie. Ziel ist es, Tagesstruktur zu geben und Schritt für Schritt Stabilität aufzubauen.
Autark betreibt außerdem eine Trainingswohnung in Krumpendorf, in der zwei Klientinnen und Klienten selbstständiges Wohnen üben. Das Pilotprojekt soll künftig in die reguläre Landesfinanzierung übernommen werden.
Ähnliche Projekte zur beruflichen und sozialen Rehabilitation gibt es auch in anderen Bundesländern. Sie setzen dort an, wo eine akute Behandlung abgeschlossen ist, Betroffene aber noch nicht in den Arbeitsalltag zurückkehren können. Eine geregelte Tagesstruktur, sinnvolle Tätigkeiten und der Kontakt zu anderen Menschen gelten dabei als wichtige Faktoren für die Genesung.
Warum frühe Hilfe wichtig ist
Fachleute betonen seit Jahren, dass psychische Erkrankungen gut behandelbar sind, je früher, desto besser. Viele Menschen warten jedoch lange, bevor sie sich Hilfe holen, oft aus Scham oder aus Sorge vor Vorurteilen. Gesprächsangebote, Aufklärung in Schulen und Betrieben und niedrigschwellige Anlaufstellen sollen das ändern.
Was jeder selbst tun kann
Neben professioneller Hilfe tragen auch alltägliche Faktoren zur seelischen Stabilität bei: ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte und Pausen von Bildschirm und Arbeit. Sie ersetzen keine Behandlung, können aber vorbeugen und den Heilungsprozess unterstützen. Wichtig ist auch, auf Menschen im eigenen Umfeld zu achten. Wer bemerkt, dass sich ein Freund oder Familienmitglied zurückzieht oder stark verändert, kann behutsam das Gespräch suchen und Unterstützung anbieten, ohne zu drängen.
Anlaufstellen für psychische Gesundheit in Kärnten und Österreich
Wer sich belastet fühlt, kann sich zunächst an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Weitere Anlaufstellen sind psychosoziale Beratungsstellen, klinisch-psychologische Behandlung, die seit 2026 auch auf Kassenkosten möglich ist, sowie Psychotherapie. In Krisen helfen rund um die Uhr und kostenlos:
- Telefonseelsorge: 142
- Rat auf Draht für Kinder und Jugendliche: 147
- Gesundheitshotline: 1450
Bei akuter Gefahr ist sofort die Rettung unter 144 zu rufen. Niemand muss eine Krise allein bewältigen.
Häufige Fragen
Wie häufig sind psychische Erkrankungen in Österreich?+
Fast jeder Dritte erkrankt im Lauf des Lebens mindestens einmal psychisch, am häufigsten an Angststörungen oder Depressionen.
Wo bekomme ich in einer psychischen Krise sofort Hilfe?+
Bei der Telefonseelsorge unter 142, für junge Menschen bei Rat auf Draht unter 147, im Notfall bei der Rettung 144.
Quelle: ORF Kärnten
Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung
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