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Gesundheit· Ratgeber

Pflegende Angehörige: Entlastung, Ersatzpflege und Beratung

Rund die Hälfte der Pflegebedürftigen wird von Angehörigen betreut. Viele sind selbst über 60. Welche Entlastungsangebote es gibt und wie man sie bekommt.

Von Presseinfo Redaktion4. Oktober 2026, 09:52 · Steiermarkaktualisiert 22. Oktober 2026
Pflegende Angehörige: Person macht eine Pause im Garten in der SteiermarkKI-generiert
Pflegende Angehörige: Person macht eine Pause im Garten in der Steiermark. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Pflegende Angehörige sind die tragende Säule der Pflege in Österreich. Rund die Hälfte der Pflegebedürftigen wird nach Angaben der großen Hilfsorganisationen zu Hause von Familienmitgliedern betreut, viele davon sind selbst über 60 Jahre alt. Die Belastung ist hoch, körperlich wie seelisch. Es gibt aber eine Reihe von Unterstützungsangeboten, die oft zu wenig bekannt sind.

Finanzielle Hilfen für pflegende Angehörige

Wichtige Leistungen auf Bundesebene sind:

  • die Zuwendung zur Ersatzpflege, wenn die Hauptpflegeperson wegen Urlaub, Krankheit oder anderer Gründe verhindert ist
  • der Angehörigenbonus für Personen, die einen nahen Angehörigen mit höherem Pflegebedarf überwiegend zu Hause pflegen; die Voraussetzungen sind beim Sozialministeriumservice nachzulesen
  • die kostenlose Weiter- oder Selbstversicherung in der Pensionsversicherung für pflegende Angehörige ab einer bestimmten Pflegegeldstufe
  • die beitragsfreie Mitversicherung in der Krankenversicherung unter bestimmten Bedingungen

Die Anträge laufen über das Sozialministeriumservice bzw. die Pensionsversicherung. Da sich Beträge und Grenzen ändern können, empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Bedingungen.

Pflegekarenz und Pflegeteilzeit

Berufstätige können für die Pflege eines nahen Angehörigen eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit vereinbaren. Während dieser Zeit gibt es ein Pflegekarenzgeld, das sich am bisherigen Einkommen orientiert. Voraussetzung ist eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber; unter bestimmten Bedingungen besteht ein Rechtsanspruch für einen begrenzten Zeitraum. Die Arbeiterkammer berät zu den Details.

Entlastung im Alltag für pflegende Angehörige

Neben Geld zählt vor allem Zeit. Hilfreich sind:

  1. Mobile Dienste wie Heimhilfe und Hauskrankenpflege, die einzelne Aufgaben übernehmen.
  2. Tageszentren, in denen Pflegebedürftige tagsüber betreut werden.
  3. Kurzzeitpflege in Heimen, etwa während eines Urlaubs der Angehörigen.
  4. Besuchsdienste und Selbsthilfegruppen.

Die Angebote unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde. In Wien koordiniert der Fonds Soziales Wien viele Leistungen, in den anderen Ländern sind es Sozialabteilungen, Sozialsprengel oder Gesundheits- und Sozialsprengel.

Das kostenlose Angehörigengespräch

Im Rahmen der Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege können pflegende Angehörige ein kostenloses Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychologen in Anspruch nehmen. Auch Hausbesuche durch diplomierte Pflegefachkräfte zur Beratung sind möglich. Diese Angebote werden über das Sozialministeriumservice organisiert.

Ein praktischer Tipp: Viele Gemeinden und Länder bieten Pflegeberatung direkt vor Ort an, teilweise auch als Hausbesuch. In der Steiermark etwa gibt es regionale Pflegedrehscheiben, in anderen Bundesländern Pflegeberatungsstellen oder Sozialsprengel. Dort erfährt man, welche Angebote in der Nähe verfügbar sind, und bekommt Unterstützung bei Anträgen. Wer die Pflege gemeinsam mit Geschwistern oder anderen Angehörigen organisiert, sollte Aufgaben klar verteilen und regelmäßig besprechen, wer was übernimmt.

Auf sich selbst achten

Wer pflegt, vergisst oft die eigene Gesundheit. Warnzeichen für Überlastung sind Schlafstörungen, Gereiztheit, Rückzug oder körperliche Beschwerden. Dann ist es wichtig, Hilfe anzunehmen. Die Hausärztin oder der Hausarzt ist auch für pflegende Angehörige eine wichtige Anlaufstelle. In seelischen Krisen ist die Telefonseelsorge unter 142 rund um die Uhr kostenlos erreichbar.

Hilfsorganisationen fordern seit Jahren mehr Unterstützung und weniger Bürokratie für pflegende Angehörige. Am Tag der Pflegenden im Mai haben Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe diese Forderungen vor dem Parlament bekräftigt.

Häufige Fragen

Was ist die Zuwendung zur Ersatzpflege?+

Ein Zuschuss für die Kosten einer Ersatzpflege, wenn die Hauptpflegeperson etwa wegen Urlaub oder Krankheit verhindert ist. Beantragt wird sie beim Sozialministeriumservice.

Wie lange kann man Pflegekarenz nehmen?+

Pflegekarenz und Pflegeteilzeit sind zeitlich begrenzt. Details und Ansprüche erklärt die Arbeiterkammer.

Wo bekommen pflegende Angehörige psychische Unterstützung?+

Über das kostenlose Angehörigengespräch des Sozialministeriumservice, bei Selbsthilfegruppen und in Krisen bei der Telefonseelsorge 142.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

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