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Gesundheit

ÖGK Sparpläne: Debatte über Ende der Wahlarzt-Kostenerstattung

Ein Papier der Dienstgeberseite in der ÖGK schlägt vor, die Kostenerstattung für Wahlärzte zu streichen. Gesundheitsministerin und Arbeitnehmervertreter lehnen das ab.

Von Presseinfo Redaktion1. Oktober 2026, 16:12aktualisiert 22. Oktober 2026
ÖGK Sparpläne: Wartezimmer einer Wahlarztpraxis in einem Wiener AltbauKI-generiert
ÖGK Sparpläne: Wartezimmer einer Wahlarztpraxis in einem Wiener Altbau. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Die ÖGK Sparpläne sorgen für heftige politische Diskussionen: Ein Papier der Dienstgeberseite in der Österreichischen Gesundheitskasse schlägt unter anderem vor, die Kostenerstattung für Wahlärztinnen und Wahlärzte abzuschaffen. Das berichtete ORF.at am 1. Oktober. Veröffentlicht wurde das Papier von den Grünen.

Was die ÖGK Sparpläne vorsehen

Zwei Vorschläge stehen im Mittelpunkt:

  • das Ende der Kostenerstattung für Behandlungen bei Wahlärztinnen und Wahlärzten
  • eine gestaffelte Kostenbeteiligung bei Arztbesuchen

ÖGK-Obmann Peter McDonald, Vertreter der Dienstgeberseite, bestätigte die Überlegungen und sprach sich für „völlig neue Ansätze“ aus. Die Ergebnisse sollen mit den Sozialpartnern diskutiert werden. Beschlossen ist damit noch nichts.

Breite Ablehnung

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) lehnt die Vorschläge ab. Neue finanzielle Hürden für Patientinnen und Patienten dürfe es nicht geben. Auch Andreas Huss, Obmann auf Arbeitnehmerseite, stellte klar, dass es Leistungskürzungen mit ihm nicht geben werde. Kritik kam außerdem von NEOS, Grünen und FPÖ, die vor sozialer Ungerechtigkeit und zusätzlichen Belastungen für Versicherte warnten.

Hintergrund: Defizit der Gesundheitskasse

Die ÖGK steht finanziell unter Druck. Im November 2025 hatte sie für 2026 ein Defizit von rund 460 Millionen Euro prognostiziert, bis 2029 sogar knapp 800 Millionen Euro. Als Gründe nannte der Dachverband unter anderem die alternde Bevölkerung, teure neue Medikamente und ein schwächeres Wirtschaftswachstum.

Gleichzeitig spielen Wahlärzte eine immer größere Rolle in der Versorgung. Gesundheitsministerin Schumann hatte im März angegeben, dass im Vorjahr Honorare von 766 Millionen Euro bei der ÖGK zur Rückerstattung eingereicht worden seien. Sie selbst hatte damals mehr Preistransparenz bei Wahlärzten und eine stärkere Einbindung in die öffentliche Versorgung gefordert.

Wie es weitergehen könnte

Die Selbstverwaltung der ÖGK ist paritätisch organisiert: Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter teilen sich die Führung. Größere Änderungen bei Leistungen brauchen daher breite Zustimmung, viele davon zudem gesetzliche Änderungen im Parlament. Dass die Vorschläge in der vorliegenden Form umgesetzt werden, gilt angesichts der breiten Ablehnung als offen. Die Debatte zeigt aber, wie groß der finanzielle Druck im System ist und dass über die künftige Rolle der Wahlärzte intensiv gestritten wird.

Im Raum stehen auch andere Ansätze: mehr Kassenstellen, bessere Bedingungen für Vertragsärztinnen, der Ausbau von Primärversorgungseinheiten und eine stärkere Steuerung der Patientenwege, etwa über die Gesundheitshotline 1450. Gesundheitsministerin Schumann hatte im Frühjahr außerdem angeregt, Wahlärzte zu verpflichten, einen Teil ihrer Zeit für Kassenpatienten zu reservieren.

Was die ÖGK Sparpläne für Patienten bedeuten würden

Derzeit gilt: Wer zu einer Wahlärztin oder einem Wahlarzt geht, zahlt die Rechnung zunächst selbst. Die Kasse erstattet 80 Prozent jenes Betrags, den sie einer Vertragsärztin bzw. einem Vertragsarzt für dieselbe Leistung zahlen würde. Weil Wahlarzthonorare meist deutlich höher sind, bleibt ein Großteil der Kosten ohnehin bei den Patienten. Fiele die Erstattung weg, müssten Betroffene die gesamte Rechnung tragen.

Viele Menschen weichen zu Wahlärzten aus, weil sie bei Kassenärzten lange auf einen Termin warten. Kritiker befürchten daher, dass ein Ende der Erstattung vor allem Menschen mit geringerem Einkommen treffen würde.

Für Versicherte ändert sich vorerst nichts. Rechnungen von Wahlärzten können weiterhin zur Kostenerstattung eingereicht werden, auf Wunsch übernimmt das die Ordination online. Wie die Diskussion weitergeht, hängt nun von den Verhandlungen mit den Sozialpartnern und der Politik ab.

Häufige Fragen

Wird die Wahlarzt-Kostenerstattung abgeschafft?+

Nein, derzeit nicht. Es handelt sich um einen Vorschlag der Dienstgeberseite, den Ministerin und Arbeitnehmervertreter ablehnen.

Wie viel erstattet die ÖGK beim Wahlarzt?+

80 Prozent des Kassentarifs, also des Betrags, den die Kasse einem Vertragsarzt für die gleiche Leistung zahlen würde.

Quelle: ORF.at

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

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