Insolvenzen Wien: Bundeshauptstadt mit höchster Pleitenquote
Wien führt die Insolvenzstatistik an: 2.584 Privatkonkurse und eine Firmenpleitenquote von fast 23 pro 1.000 Unternehmen. Die Zahl der Firmenpleiten ist aber leicht gesunken.
KI-generiertBei den Insolvenzen Wien liegt die Bundeshauptstadt auch heuer an der Spitze aller Bundesländer. Laut Auswertung des Gläubigerschutzverbands Creditreform für die ersten drei Quartale 2026 wurden in Wien 2.584 Privatinsolvenzen eröffnet, um 105 Fälle oder 4,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gemessen an der Bevölkerung ist das der höchste Wert in Österreich.
Insolvenzen Wien: die Zahlen im Detail
Pro 10.000 Erwachsene kamen in Wien 16,2 Privatkonkurse zusammen. Der österreichweite Durchschnitt liegt bei 10,7. Bei den Unternehmen zeigt sich ein ähnliches Bild: Mit rund 22,8 Firmeninsolvenzen pro 1.000 Unternehmen weist Wien ebenfalls die höchste Quote auf, im Bundesschnitt sind es 13,9.
Allerdings ist die Zahl der Firmenpleiten in Wien leicht gesunken. Mit 1.885 Fällen gab es um 2,7 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres.
Bundesländer im Vergleich
Die Creditreform-Daten zeigen deutliche regionale Unterschiede:
- Bei den Privatinsolvenzen folgen auf Wien Vorarlberg mit 12,0, Kärnten mit 10,5, Tirol mit 10,4 und Oberösterreich mit 10,2 Fällen pro 10.000 Erwachsene.
- Am niedrigsten ist die Quote im Burgenland mit 5,0.
- Bei den Firmenpleiten verzeichnete Vorarlberg den stärksten Anstieg mit fast 49 Prozent.
- Tirol hat mit 7,2 Fällen pro 1.000 Unternehmen die niedrigste Firmenpleitenquote, Niederösterreich liegt bei 13,2, die Steiermark bei 12,4 und Kärnten bei 13,8.
Die Privatinsolvenzen sind laut Creditreform in allen Bundesländern gestiegen.
Warum die Privatkonkurse zunehmen
Ein wesentlicher Grund für den Anstieg bei den Privatinsolvenzen ist das Auslaufen einer Sonderregel. Seit der Reform des Insolvenzrechts konnten sich Schuldner in einem vereinfachten Verfahren innerhalb von drei Jahren entschulden. Diese Möglichkeit endete Mitte Juli 2026. Viele Betroffene haben deshalb noch vor Ablauf der Frist einen Antrag gestellt. Bereits im Sommer hatte Creditreform von sprunghaft steigenden Schuldenregulierungsverfahren berichtet, im Juli um fast 70 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Hohe Dichte an Kleinunternehmen
Dass Wien bei den Firmenpleiten so hoch liegt, hat auch strukturelle Gründe. In der Stadt gibt es besonders viele Ein-Personen-Unternehmen und junge Firmen, etwa im Handel, in der Gastronomie und bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen. Diese Betriebe haben oft geringe Rücklagen und sind anfälliger für steigende Kosten.
Hilfe bei Schulden in Wien
Wer private Zahlungsprobleme hat, sollte nicht zu lange warten. Die staatlich anerkannten Schuldenberatungen, in Wien die Schuldnerberatung der Stadt, helfen kostenlos bei der Erstellung eines Haushaltsplans, bei Verhandlungen mit Gläubigern und bei einem möglichen Schuldenregulierungsverfahren. Für Unternehmer bieten die Wirtschaftskammer und spezialisierte Sanierungsberater Unterstützung.
Wichtig ist, frühzeitig zu handeln: Wer Mahnungen ignoriert, riskiert zusätzliche Kosten durch Inkasso, Zinsen und Exekution. Ein Schuldenregulierungsverfahren kann auch nach dem Ende der Sonderregel sinnvoll sein. Seit Mitte Juli gilt wieder die reguläre Dauer des Tilgungsplans, die länger ist als die zuletzt mögliche dreijährige Variante. Die Details sollten Betroffene mit einer Schuldenberatung klären. Erste Anlaufstellen sind auch die Arbeiterkammer und, für Selbstständige, die Wirtschaftskammer Wien.
Häufige Fragen
Wie viele Privatkonkurse gab es 2026 in Wien?+
Laut Creditreform wurden in den ersten drei Quartalen 2026 in Wien 2.584 Privatinsolvenzen eröffnet.
Welches Bundesland hat die meisten Firmenpleiten?+
Gemessen an der Zahl der Unternehmen hat Wien mit rund 22,8 Fällen pro 1.000 Firmen die höchste Quote.
Wo gibt es in Wien Hilfe bei Schulden?+
Die staatlich anerkannte Schuldnerberatung der Stadt Wien berät kostenlos und unterstützt auch beim Schuldenregulierungsverfahren.
Quelle: MeinBezirk.at
Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung
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