GmbH gründen in Österreich: Stammkapital, Kosten und Ablauf
Die GmbH ist die beliebteste Kapitalgesellschaft in Österreich. Seit 2024 reicht ein geringeres Stammkapital. Was Gründer über Ablauf, Kosten und Haftung wissen müssen.
KI-generiertWer eine GmbH gründen will, wählt die in Österreich am häufigsten genutzte Kapitalgesellschaft. Ihr großer Vorteil: Die Haftung der Gesellschafter ist grundsätzlich auf ihre Einlage beschränkt. Seit 2024 ist die Gründung zudem günstiger geworden, weil das Mindeststammkapital gesenkt wurde.
GmbH gründen: das Stammkapital
Seit 1. Jänner 2024 beträgt das Mindeststammkapital einer GmbH 10.000 Euro, davor waren es 35.000 Euro. Bei der Gründung muss mindestens die Hälfte der Bareinlagen, also 5.000 Euro, eingezahlt sein. Die frühere Gründungsprivilegierung, die eine geringere Einzahlung erlaubte, wurde mit dieser Reform abgeschafft. Das Kapital steht der Gesellschaft für den Geschäftsbetrieb zur Verfügung und muss nicht auf dem Konto liegen bleiben.
Die Schritte zur GmbH
- Gesellschafter, Geschäftsführer und Unternehmensgegenstand festlegen
- Firmenwortlaut prüfen, damit er unterscheidbar und zulässig ist
- Gesellschaftsvertrag bzw. Erklärung über die Errichtung bei einer Ein-Personen-GmbH aufsetzen
- Notariatsakt errichten lassen
- Bankkonto eröffnen und Stammeinlage einzahlen
- Anmeldung zum Firmenbuch mit Musterzeichnung des Geschäftsführers
- Gewerbe anmelden und gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen
- Meldung beim Finanzamt für Steuernummer und UID-Nummer
Mit der Eintragung im Firmenbuch entsteht die GmbH als juristische Person. Vorher handelt es sich um eine Vorgesellschaft, bei der die Handelnden persönlich haften können.
Vereinfachte Gründung und FlexCo
Für Ein-Personen-GmbHs mit einer Person als Gesellschafter und Geschäftsführer gibt es eine vereinfachte Gründung ohne Notar. Sie erfolgt elektronisch über das Unternehmensserviceportal und eine Bank, die die Identität prüft. Der Gesellschaftsvertrag ist dabei standardisiert.
Seit 2024 gibt es zusätzlich die Flexible Kapitalgesellschaft, kurz FlexCo. Sie ähnelt der GmbH, erlaubt aber etwa Unternehmenswertanteile für Mitarbeitende und einfachere Formvorschriften bei bestimmten Übertragungen. Für Start-ups mit Investoren kann sie interessant sein.
Kosten der GmbH-Gründung
Zu den Gründungskosten zählen Notar- oder Rechtsanwaltshonorare, die Eintragungsgebühr beim Firmenbuch, Kosten für Beglaubigungen und gegebenenfalls Beratung durch die Steuerberatung. Unter dem Neugründungs-Förderungsgesetz können manche Gebühren entfallen. Die genauen Kosten hängen vom Umfang des Gesellschaftsvertrags ab und sollten vorab angefragt werden.
Laufend kommen Kosten für die doppelte Buchhaltung, den Jahresabschluss und dessen Offenlegung beim Firmenbuch dazu. Außerdem fällt eine Mindestkörperschaftsteuer an, auch wenn die GmbH keinen Gewinn macht.
Haftung und Pflichten der Geschäftsführung
Auch wenn die Gesellschafter grundsätzlich nicht persönlich haften, tragen Geschäftsführer Verantwortung. Sie müssen die Bücher ordnungsgemäß führen, Steuern und Abgaben abführen und bei Zahlungsunfähigkeit rechtzeitig einen Insolvenzantrag stellen. Bei Verstößen droht eine persönliche Haftung. Banken verlangen bei Krediten an kleine GmbHs zudem oft persönliche Bürgschaften der Gesellschafter.
Eine GmbH lohnt sich vor allem bei höheren Gewinnen, wegen der Haftungsbeschränkung und wenn mehrere Gesellschafter beteiligt sind. Für kleine Tätigkeiten ist ein Einzelunternehmen oft einfacher und günstiger. Die Gründerservices der Wirtschaftskammer, auch in der Steiermark, und Steuerberater helfen, die passende Rechtsform zu finden.
Ein weiterer Punkt ist die Sozialversicherung: Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH mit wesentlicher Beteiligung sind in der Regel bei der SVS versichert, Fremdgeschäftsführer meist bei der ÖGK als Angestellte. Auch das wirkt sich auf die Gesamtkosten aus und sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Ein Vergleich mit realistischen Gewinnszenarien zeigt, ab wann sich die GmbH steuerlich lohnt.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Stammkapital einer GmbH in Österreich?+
Seit 2024 beträgt es mindestens 10.000 Euro, davon müssen bei Gründung mindestens 5.000 Euro bar eingezahlt sein.
Brauche ich für die GmbH-Gründung einen Notar?+
In der Regel ja. Für Ein-Personen-GmbHs gibt es eine vereinfachte elektronische Gründung über das USP und eine Bank.
Wann entsteht die GmbH?+
Mit der Eintragung im Firmenbuch. Davor besteht eine Vorgesellschaft mit möglicher persönlicher Haftung.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung
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