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Energie & Umwelt

Fernwärme Wien: 30 Prozent Rabatt, trotzdem steigen die Kosten

Wien Energie senkt den Arbeitspreis der Fernwärme für die Heizperiode 2026/27 um 30 Prozent. Weil Gas teurer wurde, steigen die Gesamtkosten trotzdem leicht.

Von Presseinfo Redaktion11. Oktober 2026, 10:25 · Wienaktualisiert 22. Oktober 2026
Fernwärme Wien: Übergabestation mit gedämmten Rohren im Keller eines WohnhausesKI-generiert
Fernwärme Wien: Übergabestation mit gedämmten Rohren im Keller eines Wohnhauses. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Bei der Fernwärme Wien steigen die Kosten in der Heizperiode 2026/27 trotz eines kräftigen Rabatts leicht an. Wien Energie gewährt einen Nachlass von 30 Prozent auf den verbrauchsabhängigen Arbeitspreis und stellt dafür laut eigenen Angaben rund 70 Millionen Euro bereit. Der Grund sind die seit Jahresbeginn deutlich gestiegenen Erdgaspreise.

Fernwärme Wien: Was der Rabatt bewirkt

Laut einer Musterrechnung, über die VIENNA.AT berichtet, erhöhen sich die Kosten für eine 73-Quadratmeter-Wohnung mit 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch um rund sechs Prozent. Das entspricht etwa 4,60 Euro pro Monat oder rund 55 Euro im Jahr. Ohne den Rabatt wäre der Anstieg deutlich höher ausgefallen. Die Rechnung lässt sich allerdings nicht eins zu eins auf jeden Haushalt übertragen, weil Wohnungsgröße, Lage und Heizverhalten stark variieren.

Warum die Fernwärme vom Gaspreis abhängt

Die Wiener Fernwärme wird laut Bericht zu gut der Hälfte mit Erdgas erzeugt. Steigen die Gaspreise am europäischen Markt, schlägt das auf die Erzeugungskosten durch. Den Preisanstieg seit Jahresbeginn bringt der Bericht mit dem Krieg im Iran in Verbindung. Für die aktuelle Heizperiode bleibt Erdgas ein wichtiger Bestandteil.

Langfristig will Wien Energie die Fernwärme unabhängiger machen – unter anderem mit Geothermie, Großwärmepumpen und industrieller Abwärme. Diese Projekte wirken aber erst über mehrere Jahre.

Neue Teilbeträge bei der Fernwärme Wien

Neu ist auch der Zahlungsrhythmus: Statt sechs Zahlungen alle zwei Monate werden künftig zehn gleich hohe monatliche Teilbeträge pro Abrechnungsperiode fällig. Die Umstellung erfolgt automatisch, ein Antrag ist nicht nötig. Die Schreiben werden ab Mitte Oktober gemeinsam mit der Jahresabrechnung verschickt. Die Umstellung selbst ist laut Bericht keine Preiserhöhung, sie verteilt die Kosten nur gleichmäßiger.

Für Haushalte, die überlegen, von Gas auf Fernwärme umzusteigen, ändert der aktuelle Preisanstieg wenig an der Grundrechnung. Auch Gasetagenheizungen sind von den gestiegenen Großhandelspreisen betroffen. Entscheidend ist, ob das Haus an das Netz angeschlossen werden kann und welche Anschlusskosten anfallen. Der Bund fördert den Umstieg auf Fernwärme im Rahmen des Kesseltauschs, der ab 2. November wieder geöffnet ist, mit einer Pauschale von 4.000 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Hilfe für Haushalte mit wenig Einkommen

Wien Energie verweist auf Entlastungspakete von insgesamt über 770 Millionen Euro seit 2022. Zusätzlich gibt es Energiegutscheine im Umfang von 22 Millionen Euro, davon zehn Millionen für die kommenden Jahre. Sie werden über Organisationen wie Caritas, Rotes Kreuz, Volkshilfe, Wiener Hilfswerk und Licht ins Dunkel vergeben.

Was Fernwärme-Kunden jetzt tun können

  • Jahresabrechnung prüfen: Verbrauch mit dem Vorjahr vergleichen und den neuen Teilbetrag kontrollieren.
  • Heizverhalten anpassen: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart spürbar Energie.
  • Heizkörper entlüften: Gluckernde Heizkörper geben weniger Wärme ab.
  • Thermostatventile nutzen: Wenig genutzte Räume gezielt kühler halten.
  • Unterstützung beantragen: Bei Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig Sozialorganisationen oder den Kundenservice kontaktieren.

Für Mieter und Eigentümer bleibt Fernwärme in Wien eine der verbreitetsten Heizformen. Der Rabatt dämpft den Preisanstieg, vollständig ausgleichen kann er die höheren Gaskosten in dieser Heizperiode aber nicht.

Häufige Fragen

Wie stark steigt die Fernwärme in Wien?+

In einer Musterrechnung für 73 Quadratmeter und 6.000 kWh Jahresverbrauch steigen die Kosten trotz Rabatt um rund sechs Prozent, das sind etwa 4,60 Euro pro Monat. Der Wert ist nicht auf jeden Haushalt übertragbar.

Muss ich für die monatlichen Teilbeträge etwas beantragen?+

Nein. Die Umstellung von sechs auf zehn Teilbeträge erfolgt automatisch, die Schreiben kommen ab Mitte Oktober mit der Jahresabrechnung.

Quelle: VIENNA.AT

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

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