Depression in Österreich: Studie schätzt 40 Milliarden Euro Schaden
Depressionen könnten Österreich bis 2050 rund 40 Milliarden Euro kosten, schätzt eine Studie unter Beteiligung der WU Wien. Fachleute fordern rascheren Zugang zur Therapie.
KI-generiertDepression in Österreich verursacht nicht nur großes persönliches Leid, sondern auch enorme wirtschaftliche Kosten. Eine Studie unter Leitung von Klaus Prettner von der Wirtschaftsuniversität Wien, veröffentlicht im Fachjournal Nature Medicine, schätzt den Schaden für Österreich im Zeitraum 2025 bis 2050 auf rund 40 Milliarden Euro. Darüber berichtete RELATUS MED am 11. Oktober, dem Tag nach dem Welttag der psychischen Gesundheit.
Depression in Österreich: Woher die Kosten kommen
Weltweit beziffert die Studie die Kosten durch Depressionen bis 2050 auf etwa 10,7 Billionen Euro, das entspricht rund 0,46 Prozent der jährlichen globalen Wirtschaftsleistung. Den Großteil machen nicht Behandlungskosten aus, sondern Verluste durch geringere Beschäftigung und Produktivität. Menschen mit Depressionen fallen häufiger und länger aus oder scheiden früher aus dem Erwerbsleben aus.
Die Forschenden empfehlen daher:
- eine bessere Versorgung insgesamt
- die Integration psychischer Gesundheit in die Primärversorgung
- den Ausbau von Therapieangeboten
- eine möglichst frühe Behandlung
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation lebte 2023 fast jeder siebte Mensch weltweit mit einer psychischen Erkrankung.
Forderungen zum Welttag
Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) fordert einen leistbaren und zeitnahen Zugang zur Psychotherapie und will Betroffene stärker in die Gestaltung der Versorgung einbinden. Der Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, verlangt eine verbindliche Zusage für das Programm „Gesund aus der Krise“ für Kinder und Jugendliche über Juni 2027 hinaus.
Der Gewerkschaftsbund wies darauf hin, dass die Krankenstandstage insgesamt leicht gesunken seien, die psychisch bedingten Ausfälle aber seit Jahren steigen. Er fordert bessere Arbeitsbedingungen.
Die Ergebnisse bestätigen, was Fachleute seit Längerem betonen: Investitionen in psychische Gesundheit rechnen sich nicht nur menschlich, sondern auch volkswirtschaftlich. Je früher eine Depression erkannt und behandelt wird, desto geringer sind in der Regel die Folgen für Betroffene, Familien und Arbeitgeber.
Maßnahmen in Wien
Die Stadt Wien fördert laut Bericht heuer 600 Workshops der Initiative „Mental Health Days“ an Schulen der Sekundarstufe. 227 Schulen erhalten zusätzliches Personal wie Sozialarbeiterinnen oder Schulpsychologen. Eine Studie der Stadt zeigt zudem, dass der Anteil der LGBTIQ-Personen, die regelmäßig Diskriminierung im öffentlichen Raum erleben, von 28 Prozent im Jahr 2015 auf 38 Prozent im Jahr 2025 gestiegen ist.
Für Betroffene ist seit Jahresbeginn ein zusätzlicher Weg dazugekommen: Die klinisch-psychologische Behandlung ist seit 2026 eine Kassenleistung. Die ÖGK hat dafür gemeinsam mit SVS und BVAEB einen bundesweiten Vertrag mit dem Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen abgeschlossen. Laut ÖGK stehen jährlich rund 120.700 Behandlungseinheiten zur Verfügung, die nach Bevölkerungszahl auf die Bundesländer verteilt werden.
Depression erkennen und Hilfe holen
Anhaltende gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Antriebslosigkeit, Schlafprobleme oder das Gefühl der Wertlosigkeit über mehrere Wochen können Hinweise auf eine Depression sein. Depressionen sind gut behandelbar. Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt, die an Fachärzte für Psychiatrie, an klinische Psychologinnen oder an Psychotherapeuten weitervermitteln können.
In Krisen helfen die Telefonseelsorge unter 142 und für junge Menschen Rat auf Draht unter 147, beide rund um die Uhr, kostenlos und anonym. Bei akuter Gefahr ist die Rettung unter 144 zu verständigen.
Häufige Fragen
Wie viel kosten Depressionen Österreich?+
Eine Studie in Nature Medicine schätzt den wirtschaftlichen Schaden für Österreich von 2025 bis 2050 auf rund 40 Milliarden Euro.
Wo bekomme ich Hilfe bei Depressionen?+
Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt. In Krisen hilft die Telefonseelsorge 142 rund um die Uhr.
Quelle: RELATUS MED
Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung
Der Presseinfo-Brief
Die wichtigsten Nachrichten aus Österreich, jeden Morgen kostenlos im Postfach.
Mehr aus Gesundheit
KI-generiertGrippeimpfung in Niederösterreich: Ärzten fehlt der Impfstoff
Für Erwachsene von 18 bis 59 fehlt der Standardimpfstoff gegen Grippe. Die Ärztekammer NÖ fordert, Fluad schon ab 50 im Gratisprogramm freizugeben.
22. Oktober 2026 · Niederösterreich
KI-generiertWasser trinken: Wie viel pro Tag sinnvoll ist
Wasser ist das wichtigste Getränk. Wie viel man täglich trinken sollte, welche Getränke zählen und woran man erkennt, dass der Körper mehr Flüssigkeit braucht.
20. Oktober 2026 · Oberösterreich
KI-generiertPflegekarenz und Pflegeteilzeit: Ansprüche und Pflegekarenzgeld
Wer einen Angehörigen pflegen will, kann beruflich kürzertreten. Wie Pflegekarenz und Pflegeteilzeit funktionieren und wer Pflegekarenzgeld bekommt.
19. Oktober 2026 · Vorarlberg
KI-generiertBallaststoffe: Warum Vollkorn und Hülsenfrüchte wichtig sind
Die meisten Menschen essen zu wenig Ballaststoffe. Dabei sättigen sie lange und tun der Verdauung gut. Wie Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchte mehr Platz am Teller bekommen.
18. Oktober 2026 · Burgenland