Zum Inhalt
Wirtschaft· Ratgeber

Brutto netto Gehalt Österreich: So wird Ihr Lohn berechnet

Vom Bruttogehalt bleibt netto deutlich weniger übrig. Wie sich Sozialversicherung und Lohnsteuer zusammensetzen und warum Urlaubs- und Weihnachtsgeld begünstigt sind.

Von Presseinfo Redaktion20. Oktober 2026, 13:17 · Kärntenaktualisiert 22. Oktober 2026
Brutto netto Gehalt: Lohnzettel und Taschenrechner am Schreibtisch mit Blick auf einen Kärntner SeeKI-generiert
Brutto netto Gehalt: Lohnzettel und Taschenrechner am Schreibtisch mit Blick auf einen Kärntner See. Symbolbild, KI-generiert. Zeigt kein reales Ereignis.

Beim Brutto netto Gehalt erleben viele eine Überraschung: Vom vereinbarten Bruttobetrag kommt deutlich weniger auf dem Konto an. Der Grund sind Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer, die der Arbeitgeber direkt einbehält und abführt. Wer die Abzüge versteht, kann den eigenen Lohnzettel besser lesen und Gehaltsangebote realistisch vergleichen.

Brutto netto Gehalt: die Abzüge im Überblick

Vom Bruttogehalt werden zunächst die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers abgezogen. Sie umfassen Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung sowie weitere kleinere Beiträge, etwa die Arbeiterkammerumlage und den Wohnbauförderungsbeitrag. Insgesamt liegt der Arbeitnehmeranteil bei einem durchschnittlichen Einkommen bei rund 18 Prozent. Bei geringen Einkommen ist der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung reduziert.

Erst vom verbleibenden Betrag wird die Lohnsteuer berechnet. Österreich hat einen progressiven Tarif: Bis zu einer bestimmten Jahresgrenze ist das Einkommen steuerfrei, darüber steigen die Steuersätze stufenweise. Die Grenzen werden seit 2023 jährlich an die Inflation angepasst, um die kalte Progression zu dämpfen. Die aktuellen Werte veröffentlicht das Finanzministerium.

Das 13. und 14. Gehalt

Eine österreichische Besonderheit sind die Sonderzahlungen, also Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Sie stehen nicht per Gesetz, aber in fast allen Kollektivverträgen zu. Steuerlich sind sie begünstigt: Innerhalb des sogenannten Jahressechstels werden sie nach einem Freibetrag mit einem festen Satz von sechs Prozent besteuert, bei sehr hohen Einkommen höher. Dadurch bleibt vom 13. und 14. Gehalt netto deutlich mehr als von einem regulären Monatsgehalt.

Absetzbeträge senken die Steuer

Verschiedene Absetzbeträge verringern die Lohnsteuer direkt:

  • der Verkehrsabsetzbetrag, den alle Arbeitnehmer erhalten
  • der Familienbonus Plus für Kinder
  • der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag
  • Pendlerpauschale und Pendlereuro bei entsprechend langem Arbeitsweg

Einige davon werden direkt über die Lohnverrechnung berücksichtigt, wenn der Arbeitgeber die nötigen Formulare erhält. Andere können in der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden.

Was der Arbeitgeber zusätzlich zahlt

Für Unternehmen kostet ein Arbeitsplatz deutlich mehr als das Bruttogehalt. Dazu kommen Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung, der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds, die Kommunalsteuer, die betriebliche Mitarbeitervorsorge und weitere Abgaben. Diese Lohnnebenkosten sind in Österreich vergleichsweise hoch. Die Regierung hat im Rahmen des Doppelbudgets 2027/28 eine Senkung ab 2028 angekündigt. Die konkrete Ausgestaltung stand zuletzt noch nicht in allen Details fest.

Brutto-Netto-Rechner nutzen

Das Finanzministerium bietet online einen Brutto-Netto-Rechner an. Damit lässt sich das voraussichtliche Nettogehalt inklusive Sonderzahlungen berechnen. Auch Arbeiterkammer und Jobplattformen haben ähnliche Rechner. Für eine genaue Berechnung sollten Familienstand, Kinder und Pendelstrecke angegeben werden.

Auf der monatlichen Gehaltsabrechnung finden sich Brutto, die einzelnen Sozialversicherungsbeiträge, die Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuer, die Lohnsteuer selbst und schließlich der Auszahlungsbetrag. Wer Fehler vermutet, etwa bei Zulagen oder Überstunden, sollte zuerst die Personalabteilung und bei Bedarf Betriebsrat oder Arbeiterkammer kontaktieren. In Kärnten etwa bietet die AK Kärnten eine kostenlose Lohnzettelprüfung an.

Ein Tipp für Jobwechsler: Vergleichen Sie Angebote immer auf Basis des Jahresbruttos inklusive Sonderzahlungen. Manche Stellenanzeigen nennen ein Monatsgehalt mal 14, andere ein Jahresgehalt. Zusätzliche Leistungen wie Überstundenpauschalen, Prämien oder ein Firmenwagen beeinflussen das Nettoergebnis ebenfalls und sollten in die Rechnung einbezogen werden.

Häufige Fragen

Wie viel Sozialversicherung zahlt man als Arbeitnehmer?+

Bei durchschnittlichem Einkommen liegt der Arbeitnehmeranteil bei rund 18 Prozent des Bruttogehalts.

Warum ist das 13. und 14. Gehalt netto höher?+

Sonderzahlungen werden innerhalb des Jahressechstels nach einem Freibetrag mit festen sechs Prozent besteuert.

Wo kann ich mein Nettogehalt berechnen?+

Mit dem Brutto-Netto-Rechner des Finanzministeriums oder den Rechnern der Arbeiterkammer.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde KI-unterstützt erstellt und von der Redaktion geprüft. Mehr zur Kennzeichnung

Der Presseinfo-Brief

Die wichtigsten Nachrichten aus Österreich, jeden Morgen kostenlos im Postfach.

Mehr aus Wirtschaft