Arbeitslosigkeit Niederösterreich: Plus 7,7 Prozent im September
In Niederösterreich ist die Arbeitslosigkeit im September deutlich stärker gestiegen als im Bundesschnitt. Auch in der Steiermark gibt es mehr Arbeitslose und weniger offene Stellen.
KI-generiertDie Arbeitslosigkeit Niederösterreich ist im September deutlich gestiegen. Ende des Monats waren 46.163 Menschen beim AMS Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt, um 7,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rechnet man die Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer dazu, waren es 56.613 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.
Arbeitslosigkeit Niederösterreich über dem Bundesschnitt
Österreichweit nahm die Arbeitslosigkeit im selben Zeitraum um 2,5 Prozent zu, die Quote lag bei 7,1 Prozent. Niederösterreich liegt bei der Quote zwar weiterhin unter dem Bundesschnitt, der Anstieg ist aber deutlich stärker. Das AMS spricht von einem Nachholeffekt: Das Bundesland habe sich während der langen Wachstumsschwäche zunächst robuster gehalten als andere Regionen.
Die geschätzte Zahl der unselbständig Beschäftigten lag bei rund 664.000, ein leichtes Minus von 0,2 Prozent. Die Zahl der offenen Stellen sank um 3,4 Prozent auf 12.666, bei den offenen Lehrstellen gab es ein Minus von 2,3 Prozent auf 915.
Frauen und Ältere stärker betroffen
Bei Frauen stieg die Arbeitslosigkeit mit 11,3 Prozent deutlich stärker als bei Männern mit 4,4 Prozent. Bei Menschen ab 50 Jahren gab es ein Plus von 9,5 Prozent, im Haupterwerbsalter von 7,2 Prozent. Bei Jugendlichen bis 24 Jahren fiel der Anstieg mit 3,9 Prozent geringer aus.
Nach Branchen stieg die Arbeitslosigkeit besonders stark im Gesundheits- und Sozialwesen mit 11,7 Prozent, in der öffentlichen Verwaltung mit 9,0 Prozent und im Handel mit 8,5 Prozent. Unterdurchschnittlich waren die Zuwächse in der Warenherstellung, am Bau und in der Gastronomie. Bei den offenen Stellen gab es starke Rückgänge in Verkehr und Lagerei, ein deutliches Plus dagegen bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung.
Steiermark: plus 5,9 Prozent
Auch in der Steiermark nahm die Arbeitslosigkeit zu. Ende September waren laut AMS Steiermark 37.501 Menschen arbeitslos, um 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Inklusive Schulungsteilnehmenden waren es 45.771 Personen. Die geschätzte Arbeitslosenquote stieg auf 6,4 Prozent. Auch hier traf der Anstieg Frauen mit plus 8,2 Prozent stärker als Männer mit plus 3,9 Prozent.
Die Beschäftigung blieb in der Steiermark mit rund 553.000 Personen nahezu stabil. Die sofort verfügbaren offenen Stellen gingen um 3,3 Prozent zurück, neu gemeldete Stellen sogar um 8,7 Prozent. Der steirische AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe rechnet im vierten Quartal saisonbedingt mit weiter steigender Arbeitslosigkeit und im Jahresschnitt 2026 mit rund 41.000 arbeitslosen Menschen.
Was Arbeitsuchende jetzt tun können
Das AMS setzt in beiden Bundesländern verstärkt auf Qualifizierung. In Niederösterreich haben heuer bereits fast 19.000 Jobsuchende an einer AMS-Schulung teilgenommen. Wer arbeitslos wird, sollte sich möglichst früh beim AMS melden, idealerweise schon während der Kündigungsfrist. So gehen keine Ansprüche verloren und die Unterstützung bei der Jobsuche kann rasch beginnen.
Für Arbeitgeber in Niederösterreich und der Steiermark bedeutet die Entwicklung, dass sich die Personalsuche in manchen Bereichen etwas entspannt. In technischen Berufen und im Handwerk bleiben qualifizierte Fachkräfte aber gefragt. Wer Lehrstellen anbietet, findet beim AMS ebenfalls Unterstützung, etwa über Förderungen für die betriebliche Lehrausbildung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Arbeitslosenquote in Niederösterreich?+
Ende September 2026 lag sie bei 6,5 Prozent, um 0,4 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor.
Wie viele Arbeitslose gab es in der Steiermark?+
Laut AMS Steiermark waren es Ende September 37.501, um 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr.
Wann sollte ich mich beim AMS melden?+
Möglichst früh, idealerweise schon während der Kündigungsfrist, damit keine Ansprüche verloren gehen.
Quelle: AMS Niederösterreich
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