Andreas Babler: Rückzug von der SPÖ-Spitze, Marterbauer folgt
Nach einer langen Krisensitzung kündigt SPÖ-Chef Andreas Babler seinen schrittweisen Rückzug an. Ab Jänner soll Finanzminister Markus Marterbauer Vizekanzler werden.
KI-generiertAndreas Babler zieht sich schrittweise von der Spitze der SPÖ zurück. Das hat der Parteichef am Sonntag, dem 4. Oktober 2026, nach einer rund vierstündigen Aussprache zwischen den Landesparteivorsitzenden und der Bundespartei angekündigt. Vizekanzler bleibt Babler demnach mindestens bis Jahresende, ab Jänner soll Finanzminister Markus Marterbauer dieses Amt übernehmen.
Was der Rückzug von Andreas Babler konkret bedeutet
Der Wechsel ist als Übergang angelegt. Bis Jahresende sollen Babler zwei bekannte Gesichter der Partei zur Seite stehen: Klubobmann Philip Kucher und SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner. Danach sollen die beiden die Führung ohne ihn weitertragen. Babler selbst betonte, sein Schritt sei freiwillig, und sagte sinngemäß, die anhaltende Debatte über seine Person müsse enden.
Offen gelassen wurde, ob Babler weiterhin der Bundesregierung angehören wird. Medienberichten zufolge könnte er als Minister im Kabinett bleiben, falls Marterbauer das wünscht. Ob Marterbauer neben dem Amt des Vizekanzlers auch den Parteivorsitz übernimmt, war zunächst offiziell nicht geklärt.
Reaktionen aus Wien und den Ländern
Wiens Bürgermeister und SPÖ-Landesparteichef Michael Ludwig hatte vor der Sitzung eine einvernehmliche Lösung erwartet. Eine neuerliche Mitgliederbefragung über die Parteispitze lehnte er ab. Auch andere Landesorganisationen drängten auf eine rasche Klärung, um die Partei aus den Schlagzeilen zu bringen.
Wenige Tage nach der Ankündigung meldete sich auch Medienmanager Gerhard Zeiler zu Wort, der immer wieder als möglicher Kandidat für den Parteivorsitz genannt worden war. In einem Video wünschte er Marterbauer viel Erfolg, falls dieser die SPÖ übernimmt, und stellte eigene Ambitionen vorerst zurück.
Andreas Babler und die Koalition
Für die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS bringt der Wechsel Unsicherheit. Die FPÖ forderte umgehend Neuwahlen. Aus der ÖVP kamen gemischte Signale: Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner bezeichnete Neuwahlen als nicht ausgeschlossen, auch wenn er nicht darauf hoffe. Bundeskanzler Christian Stocker stellte sich wenig später klar hinter die Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Inhaltlich steht die Regierung vor einem dichten Herbstprogramm. Zu den angekündigten Vorhaben zählen unter anderem eine Reform der Sozialhilfe, Maßnahmen für den Wirtschaftsstandort und das sogenannte Zukunftsdepot. Für die SPÖ wird entscheidend sein, wie reibungslos der Übergang an der Spitze gelingt und ob die Partei in den Verhandlungen geschlossen auftritt.
Wie geht es in der SPÖ weiter?
Der Fahrplan sieht vor, dass die neue Konstellation mit Jahresbeginn 2027 greift. Formal muss ein neuer Parteivorsitz von den zuständigen Parteigremien und einem Parteitag bestätigt werden. Wann und in welcher Form das geschieht, war Anfang Oktober noch nicht festgelegt.
Babler war im Sommer 2023 nach einem parteiinternen Wettstreit an die Spitze der SPÖ gekommen. Mit dem Eintritt in die Bundesregierung wurde er Vizekanzler. Die Debatte über seine Führung hatte die Partei in den Wochen vor der Krisensitzung zunehmend belastet. Mit dem angekündigten Übergang will die SPÖ nun Stabilität signalisieren – sowohl nach innen als auch gegenüber den Koalitionspartnern.
Marterbauer ist seit März 2025 Finanzminister und gilt als Ökonom mit langjähriger Erfahrung, zuvor war er Chefökonom der Arbeiterkammer Wien.
Häufige Fragen
Wer wird nach Andreas Babler Vizekanzler?+
Laut der Einigung vom 4. Oktober 2026 soll Finanzminister Markus Marterbauer ab Jänner 2027 Vizekanzler werden.
Bleibt Andreas Babler bis Jahresende im Amt?+
Ja, Babler soll bis Jahresende Vizekanzler bleiben. Ihm stehen Klubobmann Philip Kucher und Eva-Maria Holzleitner zur Seite.
Quelle: Salzburg24
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